Kann jeder texten?

Kann jeder texten? Ich glaube ja. Aber es erfordert einiges an Hintergrundwissen. Verbessern Sie Ihren Blog mit diesen 8 Tipps.

Kurz vorweg: Ja, im Grunde kann jede*r gut texten. Und nein, nicht jede*r tut es auch. Texten ist ein Handwerk. Es erfordert Fertigkeiten und Hintergrundwissen. Wie Sie Ihre Texte professioneller gestalten können, erfahren Sie in diesem Artikel in Form von 8 handlichen Tipps für den Firmenblog-Alltag.

1 Stilistik kann man lernen. Und: Das Spiel mit der Sprache kann höllischen Spaß machen! Variieren Sie die Satzlänge, um Tempo in den Text zu bekommen oder auf die Bremse zu treten. Spielen Sie mit Wörtern – vermeiden Sie aber Füllwörter wie „sogennant“, „eigentlich“ oder „quasi“. Organisieren Sie sich ein Buch, das Ihnen gute Beispiele liefert (mein Einstiegsbuch: Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben: Handbuch für Autoren, Journalisten, Texter von Roy Peter Clark), lesen Sie Blogs zu dem Thema (ich bin ein großer Fan der Zwiebelfisch-Kolumne auf Spiegel.de) oder schreiben Sie sich für einen Workshop zum Thema Schreiben ein. Vielleicht finden Sie einen Kurs in Ihrer Volkshochschule oder einen online Kurs auf Lernplattformen.

2 Definieren Sie vor dem Schreiben ein Ziel und eine Zielgruppe. Von Ihrer Zielgruppe hängt nicht nur ab, über welche Kanäle Sie Ihre Information verbreiten, sondern auch, wie Sie sie aufbereiten: Als Artikel auf Ihrem Blog? Oder als Fotostrecke? Oder doch in Ihrer Firmenzeitung als große Reportage? Aber das ist nicht alles: Ihre Zielgruppe gibt Ihnen auch die Tonalität vor. Sind Sie per Du oder per Sie? Schreiben Sie eher salopp oder formell? Das alles hängt davon ab, mit wem Sie kommunizieren wollen.

3 Heben Sie sich von Ihren Mitbewerber*innen ab – mit guter Kommunikation. Sie wollen, dass Sie Ihre Zielgruppe für Ihr Fachwissen respektiert? Ich denke immer gerne an die Worte meines Lehrers aus der Schule: „Wenn du es wirklich verstanden hast, dann kannst du es auch anderen verständlich erklären.“ Werfen Sie also nicht mit unnötigem Fachjargon um sich, sondern erklären Sie die Dinge einfach, verständlich und nachvollziehbar. Ihre Leser*innen haben trotzdem noch eine Frage? Vermutlich werden Sie lieber zu Ihnen gehen als zu jemandem, der nicht das gleiche Deutsch spricht wie sie!

4 Informieren Sie Ihre Kund*innen. Mit rein werblichen Texten können Sie heutzutage kaum noch überzeugen. Aufmerksamkeit ist ein rares Gut in Zeiten, in denen Ihre Website mit einem Swipe der Vergessenheit angehören kann. Ihre Kund*innen lesen nur, was sie wirklich interessiert. Und das sind vor allem Texte, aus denen sie einen Mehrwert ziehen können. Wichtig ist daher, dass Sie mit Ihrer Kompetenz und Glaubwürdigkeit punkten. Das bedeutet nicht, dass Sie auf einen Call to Action verzichten sollten. Sie sollten jedoch Ihren Kund*innen vor allem dabei helfen, Probleme zu lösen. Dadurch werden Sie als kompetente Partnerin oder kompetenter Partner wahrgenommen, die/der auf Augenhöhe kommuniziert. Machen Sie auf sich Aufmerksam – mit Kompetenz und Authentizität!

5 Gute Rechtschreibung und Grammatik sind das Um und Auf. Egal, ob Sie das Gefühl haben, Rechtschreibung und Grammatik perfekt zu beherrschen oder ob Sie Ihr Wissen vielleicht wieder einmal auffrischen sollten: Lassen Sie Ihre Texte nochmals von jemandem durchlesen und nehmen Sie die Kritik an. Vier Augen sehen mehr als zwei! Jede Ihrer Publikationen ist Ihre Visitenkarte und sollte daher sorgfältig und gewissenhaft erstellt werden, um nachhaltig wirken zu können.

6 Setzen Sie Textsorten bewusst ein. Nicht jede Textsorte ist für jeden Zweck gleich gut geeignet. Sie werden Tipps für Ihre Kund*innen nicht als Presseaussendung verfassen und Ihre Pressekontakte nicht in Form eines Blogeintrages oder Interviews einladen, sich über die neuesten Veränderungen in Ihrer Firma zu informieren. Seien Sie sich über den Zweck des Textes im Klaren und legen Sie dann die Textsorte fest. Setzen Sie dann bewusst Stilmittel ein, um Ihre Botschaft und den Call to Action an Ihre Zielgruppe zu bringen.

7 Interpunktion, Interpunktion, Interpunktion. Fürchten Sie sich nicht vor Beistrichen, Strichpunkten und Doppelpunkten. Gehen Sie sparsam mit Rufzeichen um und vergessen Sie nie: Vor Rufzeichen, Fragezeichen, Punkten, Doppelpunkten und Strichpunkten gehört kein Leerzeichen. Der Genitiv verlangt in der deutschen Sprache meistens keinen Apostrophen – und die Mehrzahl überhaupt nie. (Oldie but Goldie: Die Zwiebelfisch-Kolumne von Bastian Sick auf Spiegel.de zu diesem Thema.) Wer von sprachlichen Unschönheiten wie „Snack’s“ oder Speisen aus „Oma’s Küche“ Abstand nimmt, präsentiert sich mit wenig Aufwand gleich deutlich professioneller.

8 Sparen Sie nicht bei der Suchmaschinenoptimierung. Um Google kommen Sie nicht herum. Lernen Sie daher so viel wie möglich über Suchmaschinenoptimierung. Google bietet kostenlose Kurse über das Internet an; auch auf anderen Plattformen wie Udemy oder Coursera können Sie an Kursen teilnehmen. Sie möchten die Zeit lieber sparen? Um nicht auf SEO verzichten zu müssen, sollten Sie auf wirklich kompetente Texter*innen zurückgreifen, die sich ständig in diesem Bereich weiterbilden. Vergessen Sie die diversen Plattformen, die Ihnen Texte vom Discounter nachwerfen. Ein guter Text wird sorgfältig geplant und besteht aus mehr als nur Keywords. Ein guter Text muss gut zu lesen sein, benötigt die passende Struktur und Bildauswahl und sollte außerdem einen Mehrwehrt für die Leser*innen haben. Niemand kennt die Algorithmen von Google, aber man ist aktuell der Auffassung, dass es nicht nur auf das Vorhandensein von Schlagwörtern ankommt, sondern sehr wohl auch darauf, wie lange die Leser*innen auf Ihrer Seite bleiben und ob diese regelmäßig upgedatet wird.


Sie hätten gerne professionelles Schreibcoaching oder brauchen jemanden, der für Sie Texte verfasst oder lektoriert? Zögern Sie nicht, mich unverbindlich zu kontaktieren.

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